Übersichtskarte

Mittwoch, 09.10.2019

Neue Frise, neue Schlüssel, aber alte Liebe (Sushi)

JAWOLLO!!Sushi macht mich immer so wuschi :)

Nach den turbulenten letzten Tagen schlug dann unser Gammelherz höher, als wir uns für den folgenden Sonntag und Montag nicht allzuviel vornahmen. Natürlich musste wieder das Sportprogramm aufgenommen werden und etwas Hausarbeit hat der Wohnung auch nicht geschadet, aber Netflix wurde von uns ebenso ausgebeutet wie Instagram und YouTube - eben ganz normale Semesterferien wie in Deutschland :)) Grüße übrigens an alle deutschen Studenten, deren Semester ja bekanntlich nächste Woche wieder startet - außer es wird noch ein weiterer Feiertag erfunden oder die Fridays-for-Future-Bewegung weitet sich auf Unis und eben auch anderen Wochentagen aus^^ 

Zurück zum Thema... Letzten Dienstag fuhren wir dann doch mal wieder in die Uni und hatten das letzte Mal den Kurs in Sozialwissenschaften. Ich wurde jedoch aus Vielem der Vorlesung nicht schlau, auch nicht als die Gastrednerin die Feminismusbewegung mit dem Vegetarierdasein in Einklang bringen wollte oder als sie darauf aufmerksam machte, dass die Nahrungsmittelbranche in der Westlichen Welt nicht überproduziere, viel Essen nur weggeschmissen werden müsse. Nach dieser Sternstunde moralischer Apostelsprüche sprangen Alisa und ich gut gelaunt in einen Bus und kamen kurz später auf der Nordseite von Tampere an, wo ich in dem Mercedes-Autohaus endlich meine Ersatzschlüssel bekam! Sehr schön. Zurück zu Hause sprang mein Auto auch nach kurzem Aufmucken brav an und der Tag - ach was sag ich - die Woche war gerettet!^^ Die Krönung des Tages war dann mein wöchentliches Saunagang, nachdem ich mich mal wieder mit vollster Hingabee um meine Wäsche kümmern durfte.

 Mein Mittwochmorgen startete für mich dann früher als für meinem verlotterten Schlafrhythmus angemessen in einem Frisörsalon, in dem mir eine finnische Frau wieder eine Kurzhaarfrisur verpasste - getreu dem Motto: Gehen die Temperaturen runter, muss das Winterfell auch runter :)) Dann gab es ein frisch erworbenes Früstücksmahl, bevor mein galantes Gefährt endlich wieder zu Uni spazieren gefahren wurde. Die nächste Finnischlektion stand auf der Matte und unsere Dozentin zog das Tempo und das Pensum so kurz vor den Ferien etwas an, sodass wir nicht nur die Wochentage, sondern auch die Grußformeln, einige Ausspracheregeln, die Personalpronomen, die Verbformen von "sein" und Vokabellerntechniken durchnahmen. Echt so einiges für 90 Minuten. Aber man schafft eben sehr viel, wenn die motivierte und passionierte Lehrperson sogar einen eigenen Song für die Wochentage komponiert oder ein Vokabelspiel online programmiert. Da blieb dann auch noch Zeit, Besonderheiten der finnischen Kultur zu besprechen! *FUN FACT*: Als Hallo können die Finnen "Moi" oder "Hei" sagen, als Tschüss sagen sie dann einfach "Moi moi" oder "Hei hei". So einfach geht's manchmal!

In unserer viel zu langen Pause gönnten wir uns ein Sushi-All-you-can-eat. Wir haben da schon eh viel zu lange drauf verzichtet und wollte da sowieso immer mal hin :) Es war auch tatsächlich ausgesprochen lecker und hatte einen super Preis :) Zurück in der Uni tranken wir dann noch ein Käffchen und warteten unsere Zeit zusammen mit Clémance ab (unsere französische Freundin hier). Dann war es auch irgendwann mal 18.15 Uhr und die langersehnte Vorlesung begann. Finnische Kultur. Heute das Thema Bildungssystem. Diese Dozentin war zur Abwechslung mal gut gelaunt, sehr lustig und wirklich informativ, auch wenn ich die Fakten an sich nicht so derart reißerisch spannend empfand. *FUN FACT*: Die Finnen erzielen mitunter die besten Ergebnisse in Studien wie PISA, da sie sehr viel auf individuelle Förderung der Kreativität und Eigenleistung setzen und die SchülerInnen gar nicht viel in die Schule gehen müssen, sondern sich lieber austoben, ausleben und Vieles entdecken. Ein Grundschulkind zum Beispiel geht nur etwa 20 Stunden die Woche in den Unterricht. Das entspreche in Deutschland dann wohl eher den Umfang von drei Wochentagen und in China wahrscheinlich dem von einen laughinglaughing

Achja ürbigens haben sich die meisten Blätter inzwischen bunt gefärbt oder sind schon abgefallen - die dunkle Jahreszeit steht also quasi in ihren Startlöchern, und das schon zur Hälfte unseres Auslandssemsters. Dann kann ja noch finnisch werden!

Wie gemalt :)Urwald?

 

 

Samstag, 05.10.2019

Eine Königliche Audienz geht zuende in der Hauptstadt des Glücks

Zeit zur Entspannung! Touristentruppe im Anmarsch!

Was heißt "Sonnenuntergang" auf Finnisch? - Helsinki.

Gut, der Witz ist wirklich schlecht - sogar für meine Verhältnisse, aber zumindest habe ich mit ihm die ersten zwei Zeilen des Blogeintrags hinbekommen und wir sind auch schon direkt mittendrin statt nur dabei: Die letzten Tage mit meinem Bruder und seinem Schatzi waren angebrochen und wir wollten alle einmal die finnische Hauptstadt auf Herz und Nieren prüfen - immerhin schimpft sich das Land seit Neuestem als das Land der glücklichen Menschen. Wo suchen, wenn nicht in seiner Hauptstadt, die um die halbe Millionen Einwohner beherbergt?

Dustin und Anette packten am Freitag ihren Sachen zusammen und checkten aus der Air Bnb-Unterkunft aus. Nach einem Frühstück bei uns ging es dann mit dem Leihauto gen Süden und nach zirka zwei Stunden waren wir auch schon mitten im Zentrum angelangt. Wir parkten gefühlt nahe dem Erdkern in einem bunkerartigen Parkhaus, welches uns im Nachhinein ein halbes Vermögen kostete, während wir auch einfach durch eine geöffnete Schranke hätten fahren können. Zurück an der Erdoberfläche wurden wir von Kälte, Sprühregen und für finnische Verhältnisse Menschenmassen begrüßt. Ziemlich schnell kehrten wir zum Kaffeetrinken in eine künstlerisch wertvolle Szenebar ein und schmiedeten dort unseren Schlachtplan.

Erstes Ziel war der evangelische Dom, mehr oder minder das wirkliche Wahrzeichen der Stadt. Und nach einigen Straßenblocks zwischen Einkaufspassagen, dem Hauptbahnhof und anderen Prunkbauten kam wir an einem überdimensionalen Vorplatz an und staunten nicht schlecht über die Weißheit, Rundheit und Hübschheit der Kathedrale. Drinnen wurde ein längerer Aufenthalt durch ein sehr eindringliches Orgelproben erschwert, jedoch war es auch innen jeden Schritt dorthin wert gewesen :) Zurück in die Kälte und wir entdeckten einen noch größeren Platz mit Zierbrunnen und Reisebussen. Wir ließen uns treiben und schlängelten durch hafennahe Gässchen bis zu einer anderen Kirche, dem Präsidentenpalast, dem Rathaus.

Parkhaus oder doch eher Bunker?Auffällig! Endlich mal wieder Hochhäuser, die ihren Namen verdient haben! Willkommen am Tourimagnet!Aus dem Dom heraus... DAS Postkartenmotiv schlechthin!  Die Kirche, die um einen Felsen gebaut wurde... Dem Präsidenten mal die Hand schütteln (fast)...direkt zum Brunnen.

Dann bekamen wir zunehmend Hunger und einigten uns auf einen Besuch in einer ortsansässigen Pizzeria. Dieses Hipster-Interblissement fanden wir in völliger Dunkelheit im Keller. Selbstbedienung inklusive. Die Pizza war super und zu einem super Preis. Als wir dann gestärkt hinausschritten, war es bereits am dämmern und die Kälte erreichte einen Ich-möchte-lieber-nach-Hause-Grad. Auch ein Dosentier und die nächtliche Beleuchtung der Stadt konnten uns da schlecht umstimmen... Die Unterkunft war ein wirkliches Schnäppchen, davor jedoch recht außerhalb. Mit dem Auto aber mehr als machbar. So ließen wir den Abend zu Viert ausklingen und die tatsächlich produktive Woche Revue passieren. Einige Impressionen des finnischen Fernsehens durften dabei natürlich auch nicht fehlen :)

 

Die Tage werden einfach immer kürzer...Auch eine Marketingstrategie... Der Himmel wirkt irgendwie surreal...Empfehlenswerte Pizza!

Am nächsten Morgen musste wir schon um 11 Uhr unser Appartment verlassen. Unerhört. Aber diesen unerwarteten Zeitgewinn lösten wir auch direkt in ein Shoppingerlebnis ein. Das sogenannte Jumbo-Center macht seinen Namen alle Ehre und erstreckt sich gleich über mehrere Flügel auf drei Ebenen und bot unseren vier einkaufsgepeinigten Junkies genug Raum der kreativen Entfaltung zwecks Tütenfüllung und Geldleerung. Mein Bruder schlug wieder zu als wäre sein Koffer auch nur ansatzweise halb voll - nach den Shoppingtouren konnte man den Koffer immerhin als halbvoll bezeichnen. Die drei Stunden waren leider zu wenig, denn ein erneuter Besuch bei Subway musste ja auch noch realisiert werden. Irgendwann gab's kein Zurück mehr und wir mussten zum Flughafen, bei dem wir uns ja dank Gloria schon ein wenig auskannten und suchten nur kurz das Terminal 2. Als die Hürde mit dem Gepäck-Selbst-Einchecken raus war, begleiteten Alisa und ich Dustin und Dania zur Sicherheitsschleuse, bis wir tatsächlich nichts mehr für die beiden tun konnten - außer natürlich das herzzerreißende, mit einem königlichen Seidentuch bewaffnete Abschiedwinken, bei dem jeder Titanicpassagier blass vor Neid geworden wäre. Wir fuhren zurück. Dann einkaufen. Dann in die Parkgarage der Autovermieters. Und dann mit dem Bus wieder nach Hause. Gegen 21 Uhr kehrten wir heim - tatsächlich glücklich über den Trip, aber traurig über den Verlust der beiden an das Flugzeug von Finnair Richtung Hannover-Langenhagen.

 

Ein Flughafen kann auch nicht einfach nur einen normalen Poller haben ;) Tschö mit Ö, ihr Zwei! 

Willkommen zurück!Heimflug!

Dustin & Dania, vielen Dank, dass Ihr wirklich euer Versprechen eingehalten habt und mich hier besucht habt. Ich hoffe, es hat Euch auch mit Autoproblemen und kühlen Temperaturen und trotz kompletter Ruhe auch soviel Spaß gemacht wie mir. Wir haben noch in keiner Woche wirklich soviel unternommen wie mit Euch und jetzt seid ihr ein großer und wichtiger Bestandteil unseres Auslandsabenteuers! Schönen Restherbst und einen guten Start ins Semester/ ins Arbeitsjahr, wir sehen uns an Weihnachten!!! <3

 

P.S. "Sonnenuntergang" heißt übrigens "Auringonlasku". Ob ich das nachgucken musste? Vielleicht...

 

 

Donnerstag, 03.10.2019

Ein Geburtstag ohne Party und einen Feiertag ohne Frei

Tag Drei nach Dustins und Anettes Ankunft in Finnland schreiten unseren inneren Streberherzen auf und wir überlegten uns trotz mehr als willkommenen Besuch in die Uni zu gehen - schließlich wollte ja auch an diesem Dienstag die eine Vorlesung von Alisas und meiner Anwesenheit beehrt werden. Daher taktierten wir den Tag wie folgt: Nach dem Frühstück kamen die Zwei mit in die Uni und shoppen sich die Seele aus dem Leib, als wir uns in der Lecture über häusliche Gewalt informieren ließen. Ein komisches Thema zwar, aber die Gastrednerin hat ihren Job wirklich sehr gut gemacht. Besonders hängen geblieben sind einige Zahlen, dass zum Beispiel jedes dritte Mädchen während ihrer Schulzeit mindestens einmal belästigt wird...

Nach der Vorlesung stießen wir zu den anderen und gönnten uns den schönen Dingen des Lebens, ein Sandwich bei Subway. Dann gab's für meinen Bruder eine Lederjacke und dann für uns alle noch Milchshakes. Übrigens wurde uns ganz stolz verkündet, dass am 01.10. Tampere immer seine Gründung feiert, in diesem Jahr seinen 240sten. Allerdings fanden wir keine besonderen Feierlichkeiten oder Aktionen in der Innenstadt; es wurden lediglich überall Fahnenmaste mit der finnischen Flagge auf Halbmast aufgestellt, bei uns am Wohnheim, an der Uni und an vielen Orten im Ortskern. Da wir ja von da an zum allgemeinen finnischen Volk angehörten, die sich kein Auto leisten können, ging es mit dem Bus dann wieder nach Hause, wo sich unsere vier Wege erstmal wieder trennten. Nach einem kaiserlichen Festmahl von vielerlei Tiefkühldelikatessen besuchte ich mit Dustin und Dania die hauseigene Saunaanlage - schließlich sollten die beiden das typische Leben in Finnland kennenlernen. Während mein Bruder sowieso das Saunieren liebt, war es für seine bessere Hälfte wohl das einzige und letzte Mal im Schwitzbad.

Finnische Flagge auf Halbmast

Lass' doch nach Hause! Der Herbst ist wohl nicht mehr aufzuhalten :)

 

Am Mittwoch fuhren Alisa und ich zunächst alleine in die Uni, denn Dustin und Dania wollten ihren Urlaub schlaftechnisch mal so richtig ausnutzen und während wir in unserem Finnischkurs mathematische Gleichungen lösten, Vokalaussprache trainierten und uns dann unsere Nationalitäten verrieten, drehten sich die zwei ruhig noch einmal um und frühstückten gemütlich, ehe sie die Reise zu uns antreten wollten. *FUN FACT* Die Finnen feiern den Valentinstag auch am 14. Februar, nur dass er bei ihnen den Freunden gewidmet ist und nicht den Angebetenen. Als uns unsere Dozentin gehen ließ, war von den zwei Hübschen immernoch keinerlei Spur und so liefen wir zum Hauptgebäude des öffentlichen Nahverkehrs, um uns dort unsere Studentenfahrauseise zu besorgen. Bisher bezahlten wir jede Fahrt einzeln beim Busfahrer, aber mit dieser Chipkarte (bei mir in Grassgrün) können wir Geld und Zeit sparen. Wer weiß, wie lange wir noch auf einen neuen Autoschlüssel warten müssen... In diesem Wartezimmer, das wie eine Mischung aus Arzt und Amt wirkte, wurden wir wieder einmal Zeugen bizarre Verhaltensweisen der Finnen, angefangen zum Beispiel bei einer 50-jährigen Dame, die sich lautstark und betont auffällig über den letzten freien Sitzplatz in den Stuhlreihen ergötzte. Zurück im Shoppengparadies Ratina aßen wir mit Dustin & Anette bei Burger King und tranken dann zur Verdauung einen beruhigenden Kaffee, bis wir wieder zurück in die Uni mussten. Die zwei kamen dann jedoch alleine klar und Alisa, ich und 100 andere Studenten wurden dann 90 Minuten über die finnische Kommunikation aufgeklärt. *FUN FACT*: Finnland ist wohl mit Abstand das Land des Fremdschämens. Nicht nur ist es sehr untypisch, sich mit fremden Personen im Bus zum Beispiel zu unterhlalten, sondern ein waschechter Finne würde dann eher Mütze, Schal und Tasche "bereitlegen", damit er zum einen wortlos kommuniziert, dass er aussteigen will, und damit er zum anderen auch der peinlichen Situation entfliehen kann. Abends musste ich dann beim Saunieren leider auf die nette Begleitung meines Bruders verzichten, der lieber bei Dania in deren Wohnung blieb.

 Architektonisches Fundstück O-kay, was, wie und warum?Bisschen Kaffee muss sein :)Auf Details achten!

Da war er, der denkwürdige Feiertag Deutschland, dreißig Jahre Mauerfall. Natürlich hoffe ich, dass ihr alle einen schönen Tag verleben konntet! In Finnland wird der Nationaltag selbstverständlich nicht gefeiert, aber das geht schon in Ordnung, wenn man doch sowieso ab jedem Mittwochabend bereits ins Wochenende starten kann :)) Für unsere weiteren Unternehmungs- und Reisepläne wollten wir uns wieder ein Mietwagen besorgen - aber dieses Mal ein wenig günstiger und so wurde es dieses Mal "nur" ein Skoda Fabia in Knallrot. Bei der Suche nach einem geeigneten Wagen und der Reservierung gaben wir an, dass beide Fillialen der Innenstadt in Ordnung seien für die Abholung. Daher fuhren Alisa und ich wieder mit dem Bus ein Stück weiter als unsere Stammstrecke um Uni und Shoppingcenter und wir fanden uns einem anderen Teil von Tampere wieder und gelangten dann auch zur gegoogleten Adresse. Kein Schild wies darauf hin, dass man für den Avis-Budget-Stand in das dortige Autohaus gehen muss und im hinteren Eck fanden wir auch schließlich den Schreibtisch der Mietwagenfirma. Als ich die Hotline anrief, kam ich in eine nationale Hotline und schilderte meine Lage. Mir wurde innerhalb der nächsten 10 Minuten ein Rückruf versprochen, sofern kein Mitarbeiter auftauchen sollte. Nach einer guten Viertelstunde nahm ich dann die Rechnung genauer unter die Lupe. Die Filliale "Downtown" war dort mit einer anderen Adresse angegeben, als wir da waren! Also schmiss ich wieder Google an und wir fuhren zum Hauptbahnhof zurück. Die Adresse war jedoch auch dort sehr sehr missverständlich, da sie auf einen Stromkasten an einem Wendehammer verwies und nicht in ein Geschäft im Fußgängerschacht des Bahnhoftunnels. Wir warteten brav vor einer Glaswand mit dem dezenten Hinweis des Anbieters und ein älterer Mann, der jedem Aschenbecher geruchstechnisch Konkurrenz hätte bereiten können, erklärte uns dann, sein Kollege habe das Missverständnis bemerkt und sei zu uns zum Autohaus gefahren...Na klasse. Ich rief wieder eine Nummer an und der Mitarbeiter kam uns irgendwie peinlich berührt 10 Minuten später entgegen. Endlich hatten wir das Auto! Schlappe anderthalb Stunden später als geplant, aber immerhin^^

Wir spielten persönlichen Fahrdienst für Dustin und Anette und gönnten uns Burger und Nachos beim Mexikaner um die Ecke. Ein verspätetes Frühstücks-Brunch-Essen mit glücklichen Teilnehmern und vollen Bäuchen. Jedoch kannte unsere Unternehmungslust schier keine Grenzen und wir fuhren mit dem neu angenommenen Auto wieder in die Innenstadt ins Museum. Ja, richtig gelesen, ein wenig Kultur und ein wenig Bildung! Dieses Museum ist jedoch nicht vergleichbar mit einer ordinären Naturkundeausstellung oder einem Sprengel-Kunstbesuch in Hannover. Durch verschiedenste Themenbereiche wie Siebziger, Theater, Natur, Eishockey, Puppen oder Stadtentwicklung umfasst der Eintritt quasi acht Einzeltickets. Nach einem ausgiebigem Austoben mit sämtlichen Theaterrequisiten und Bildbearbeitungsprogrammen schlugen unsere Zockerherzen höher, als wir im Spielemuseum diverse Spielautomaten und Simulationsmissionen ausprobieren konnten. Alles in allem hat sich der Besuch wirklich mehr als gelohnt und wir hätten locker noch sehr viel mehr Zeit dort verbingen können, ein echter Geheimtipp also! Als das Museum um 18 Uhr schloss, war es auch gerade richtig, um pünktlich zum Eisstadion von Tampere zu fahren. Es war wieder Hockeyzeit und natürlich wollte ich das unseren beiden Besuchern auf keinen Fall vorenthalten :) Diese Mal spielte sogar das bessere Team der Stadt, die Äxte (Tappara) - gegen die Falken aus Vaasa. Wieder mächtig Tamtam im Vorfeld, wieder eine aggressive Brutalität der Spieler und wieder anrüchige Hampeleien der Cheerleaderinnen. Die Mannschaft gewann nach dem Unentschieden zur ersten Halbzeitpause sogar mit 5 zu 1. Was ein Spiel und was ein Feiertag!

Zum Verwechseln ähnlich!Vier Primaballerinas :) Ein wenig zum Affen gemacht - das geht schon^^ Willkommen im Theater! Abfahrbereit!

Zurück in die Zukunft... Schon die ganz Kleinen!Lieber als nachgemachte Figur... Spielparadies für Groß und Klein! Nebenbei kein schlechter Ausblick ;)

Bei der nächsten Schlacht auf dem Eis! Es sind alle bereit... Die Aufregung steigt...

 

 

Montag, 30.09.2019

Ausrangiert, ausgekühlt und ausgelacht

Am Samstag gab es dann sehr viel bessere Neuigkeiten zu verzeichnen: Nachdem uns die Schwester von Alisa nun schon über eine Woche fehlte, kam jetzt meine Familie zum Zuge und mein Bruder und seine Freundin kamen aus Hannover ins weit entfernte Helsinki geflogen. Ursprünglich wollte ich die zwei mit Alisa am Samstagmittag in Helsinki abgeholt, nachdem wir die Hauptstadt noch ein bisschen unsicher gemacht hätten. Allerdings gab es ja da noch das nicht zu verachtende Problem mit den Autoschlüsseln und daher musste ich warten, bis die beiden nach Tampere kamen. Nach einer kurzweiligen Nacht im Flughafenhotel erreichten die beiden auch zügig den Hauptbahnhof - ja, das Wortspiel ist sehr schlecht. Vorher fuhren Alisa und ich ins Stadtzentrum in der Hoffnung, eine Autovermietung zu finden. Leider sind die beaknnteren Firmen an Wochenendtagen komplett geschlossen und so spuckte und Google nur Hertz und Sixt aus - beide etwas weiter weg, aber noch laufbar.

Die erste Adresse führte in ein fünfgeschössiges Businessgebäude hinter einer Tankstelle, dessen Haupteingang jedoch verschlossen war. Lediglich ein kleines Schild im altbekannten Orange machte auf Sixt aufmerksam, allerdings erbrachte ein langsames Umrunden des Gebäudes keine gewünschten Ergebinisse. Nur eine schäbige Garage mit aufgehängter Wäsche war zu erkennen. Gut, dann weiter. Bei Adresse zwei gab es wiederum überhaupt keinerlei Anzeichen für irgendeine Art von kundenorientiertem Betreten des Gebäudes - gar die Existenz von Hertz blieb bis heute unklar. Naja, wir mussten dann zeitlich geschuldet zurück zum Bahnhof, wo wir dann auf Dustin und Dania trafen. Ziemlich schnell entschieden wir uns, ein Auto für die nächsten Tage zu besorgen. Die Frage war nur, wo genau, wenn alle geschäftstpchtigen Finnen  auf ihr kundenfreies Wochenende zu bestehen schienen. Die Antwort war: Flughafen! Laut Google gab es dort immerhin Sixt und Europcar - also sogar eine doppelte Chance. Wir mussten - auch gar nicht kompliziert - anderthalb Stunden auf einen Bus warten, diesen dann zirka 40 Minuten bis ans Ende der Welt nehmen und uns dann am Provinz-Airport zurechtfinden. Nee Spaß, der Flughafen Tampere ist eher ein Witz als alles andere...

Endlich konnten die zwei Angereisten ihre Koffer im Kofferraum unserer neuen Mercedes A-Klasse verstauen. Ja, richtig gelesen, ich habe mein wunderschönes Auto kurzerhand durch die modernste Version "ersetzt". Der Unterschied war mehr als anders. Während der Fahrt zu uns und einer dringend nötigen Einkaufsfahrt, bei der diverse Köstlichkeiten im Tiefkühl- oder Pulvertütenformat über die Theke gingen, konnte ich mich sporadisch mit unserem neuen Gefährt anfreunden. Dann gab es Pizza (der Bildbeweis ist unten zu entnehmen) und wir gingen schlafen. Alisa und ich jeweils in unsere Zimmer und unsere Gäste auf eigenem Wunsch hin auf einer Luftmatratze im Flur...

Noch jemand da?! ;)) Zuviel scharfe Soße geht gar nicht... High Tech vom Allerfeinsten! Nächtliches Cruisen^^

 

Diese Unterbringung muss dann jedoch nicht das Gelbe vom Ei gewesen sein, denn Dustin und Dania beschlossen am nächsten Tag, sich ein hübsches Air Bnb in der Nähe zu suchen. Während die zwei die Antwort der Vermieterin abwarteten, nutzten wir die kurze Regenpause und fuhren zu einem der großen Seen von Tampere, dem Näsiselkä, genauer gesagt zum Strand Rauhaniemi, wo keiner von uns bisher war.

Vollkommen in Reih' und Glied Natur, wohin man blickt!Die neueste Girlband der Stadt... Einladung zu einem Gespräch?Nur das Wetter war... dürftig

Auf geht's! Auf die Harten... muss man warten - oder so!

Als die Finnen mit der dortigen Sauna ihre Schwimmaktionen vorlegten, meinte Dustin dann, es ihnen nachzuahmen und er ging nur in Unterhose die Badeleiter des Eises hinab. Sein gesamter Wasseraufenthalt betrug dann auch stolze 3,4 Sekunden. Verständlich, da es an dem Tag bereits an der Luft recht frisch war. Unser Ausflug bot dann noch weitere Fotomöglichkeiten, bis wir dann ins noch ein Stückchen weiter entfernte Pirkkala fuhren. Dort waren Alisa und ich schon am Anfang unseres Semesters, wo geniale Aussichtsbilder von den zwei Seen entstanden sind. Nach einigem Hin-und Herfahren kamen wir auch wirklich wieder an den gleichen Spielplatz, auf dem wir auch eine Runde schaukeln wollten. Dann kam endlich die Antwort der Unterkunft und wir kehrten nach einem kurzen Besuch eines dritten Sees zurück in unsere Hood. Dustin und Dania zogen dann mit dem Mietwagen um und wir bereiteten uns allen Köttbullar als Abendessen vor.

Ein wenig Schaukeln und die Welt wird ein wenig besser! Ei-ne Insel mit viel Wäldern... Ein bisschen Frieden.

Am Montag wurde ich dann einen ganz besonderer Fahrservice zuteil, als Dustin und Dania mich gegen 10 Uhr abholten, damit wor zusammen zu einem Autohaus von Mercedes fahren konnten. Dort musste ich auch nur vier Menschen erklären, dass ich neue Autoschlüssel brauche und schwupps diwupps konnte ich etwas Geld abdrücken und mir wurden neue Schlüssel innerhalb der nächsten zwei Wochen versprochen. Endlich!

Danach frühstückten wir erst einmal ausgiebig und einigten uns dann auf eine nötige Siesta, ehe die zwei gegen 16 Uhr wieder bei uns vor der Tür standen und dringend das "gute" Wetter ausnutzen wollten. Eine Internetsuche schlug das Anfahren des Hatanpää-Parks vor. Dort gab es nicht nur typisch skandinavische Gebäude und einen botanischen Garten zu bestaunen, sondern auch die Skyline von Tampere - soweit man die überhaupt so nennen kann. Neben den Bäumen, die sich schon in allerhand Farben zeigten, waren Rettungsringe, versunkene Gully-Inseln sowie Strauchfrüchte im Interessensbereich der Handykamera. Natürlich durften auch einige mehr oder weniger ernst gemeinte Fotos von uns vier Hübschen nicht fehlen.

 

 

Da wohnt wohl die Pippi Langstrumpf... Die berüchtigte Skyline Achtung, ducken!Das analoge Bild-in-Bild

   Ich hatte sehr viel Vergnügen xD Zwei auf dem Bild haben echt den Spaß ihres Lebens...

 

 Willkommen im Schloss!  Ja, die Blätterfärbung hat begonnen! Was eine Beerenpracht! Bitte nicht vom Beckenrand springen!Safety First!Sogar die Hauswände sind bewachsen :) Was auch immer da genau passiert ist...

 

Als wir den menschenleeren aber wunderschönen Park einmal umrundet hatten und es zu regnen begann, machten wir uns auf den Rückweg nach Hause. Dieses Mal wurden wir von unseren Gästen zu sich in die neu ergatterte Unterkunft eingeladen, in der wir nach Herzenslust Spaghetti und Eis verkosteten. Der Ausblick der Wohnung konnte sich auf jeden Fall blicken lassen!

Gar keine schlechte Aussicht

 

 

Freitag, 27.09.2019

Pech, Dummheit, Naivität - oder alles?!

Hallöchen, lang lang ist's mal wieder her, aber der Geschichtenerzähler meldet sich zurück und soviel kann ich schon mal sagen, es ist mal wieder einiges los - ganz untypisch im sehr ruhigen (und inzwischen winterlichen) Finnland...

Letzten Donnerstag stand zur Abwechslung mal wieder ein Tutorentreffen mit den anderen Studenten unserer Truppe an. Ursprünglich war der Plan ins Kino zu gehen. Allerdings trafen wir uns zu fünft dann zunächst im Ratina-Center, da Anni, die eine Finnin, Clémence, die Französin, direkt von der Uni kamen und wir uns dachten, gemeinsam zu essen wäre doch für alle das Vernünftigste. Alexandre und Domitille kamen auch zum geselligen Beisammensein, allerdings mit der Bedingung, dass sie dann später nicht mit ins Kino kämen, da ihnen Filme auf Englisch zu schwer wären. Naja, jedenfalls standen wir alle da und wussten nicht so recht, wohin mit uns. Alisa und ich hatten definitiv Hunger - schlißelich dachten wir, alle würden etwas essen wollen... Alle anderen jedoch wollten lieber einen Kaffee trinken gehen. Daher beschlossen wir nach einigem Hin und Her kurzerhand, die wunderbare Burger King-Filliale zu beehren. Dort verbrachten wir auch wirklich eine ganz nette Zeit - wir einigten uns nur darauf, nicht ins Kino zu gehen. Um halb 9, also eine halbe Stunde vor Ladenschluss, wollten wir dann nach Hause und beim Aufstehen, fiel mir auf, dass meine Hosentasche überraschend leicht war.

Die, die mich kennen, wissen, dass ich ab und zu mal eher tollpatschig bin und diverse Dinge verliere: Mein Portemonnaie einige Male, meine Busfahrkarte als Schüler, meine EC-Karte. Naja, ihr wisst, was ich meine. Die Autoschlüssel jedoch habe ich noch nie verloren. Gut, ich hab das Auto auch erst seit Mai, aber trotzdem passe ich gewöhnlich auf schlüsselartige Dinge gut auf. Ich suchte direkt bei Burger King und in der öffentlichen Toilette des Zentrums nach ihm und fragte bei Burger King nach. Doch nichts. Die Information war auch nicht mehr besetzt und so blieb mir und Alisa nichts anderes mehr übrig, als zur Bushaltestelle der Uni zu laufen und dann Bus zu fahren. Wir gingen sogar den Weg so ab, wie wir ihn einige Stunden zuvor mit zwei schnittigen E-Scootern bestritten haben. Aber auch nichts. Immerhin war das Auto noch am Parkplatz und zugeschlossen - man muss in so einem Fall ja jede Möglichkeit in Betracht ziehen.

Am nächsten Morgen war der Schock noch nicht wirklich verdaut und es ging wieder zurück an den Ort des Geschehens - auf Busweg. Erste Station waren drei Uni-Informationen, denn es gab ja noch eine Hoffnung, dass jemand die Schlüssel in der Nähe der Uni gefunden und dort dann auch abgegeben hatte. Zweitens, wieder den Weg ablaufen. Dritte Station war dann der Informationsstand im Einkaufszentrum und wieder Burger King als Zielpunkt Numero Vier. Danach gingen wir ins Parkhaus, jemand hätte ja die gefundenen Schlüssel "testen" wollen. Doch auch nichts. Nochmals die Toiletten gecheckt und dann zum Busbahnhof nebenan gelaufen und eine sehr nette Angestellte beim Ticketverkauf gefragt. Negativ.

Gut, die Chance auf den Erstschlüssel sank immer weiter. Zeitgleich beauftragte ich meinen Mitbewohner in Augsburg, meinen Zweitschlüssel in meinem zurückgelassenen Kram zu suchen. Ja, ich war derart leichtsinnig und optimistisch, dass ich den zweiten Schlüssel nicht mit nach Finnland nehmen wollte... Letztes Problem war dann jetzt nur noch das Auto an sich. Es bestand eine ganz kleine Möglichkeit, dass ich den Zweitschlüssel zu meinem Fahrzeugschein und meiner Versichertenkarte ins Auto getan habe - aus was für Gründen auch immer... Außerdem stand ja das Wochenende vor der Tür und der Uniparkplatz konnte nicht über mehrere Tage hinweg benutzt werden. Daher rief ich in ADAC an und die Informationsdichte der Ratschläge war umwerfend. Neben der finanziellen Abdeckung eines Teilbetrags konnte der wortkarge Mann mir nicht weiterhelfen und es wirkte so, als hätte ich ihn gerade bei wichtigen Dingen gestört. Besten Dank auch. Alisa kümmerte sich netterweise derweil darum, dass uns der Typ von der Information einen Abschleppdienst vermittelt, da unser beider Finnisch ja tatsächlich noch sehr limitiert ist.

Uns wurde zugesagt, dass gleich jemand zur Uni käme und so gingen wir zurück. Dort angekommen, sagte man mir aber, dass der Abschlepper derart viel zu tun hätte, dass wir hätten fünf Stunden warten müssen... Nee, danke. Ich kontaktierte einen anderen Abschleppdienst und der werte Herr ließ auch nur eine Viertelstunde auf sich warten. Er konnte uns direkt das Auto aufmachen und die Hoffnung auf den Zweitschlüssel im Handschuhfach wurde jäh zerstört. Dann schnallte er mein Auto auf seinen Abschlepper und wir durften bis zu uns nach Hause mitfahren, wo er das Auto etwas ruppig schräg "einparkte". Dann fuhr er davon. Danach telefonierte ich noch etwas mit Polizei, Fundbüro, Mitbewohner und Familie, bis dass ich einsah, dass beide Schlüssel wohl nicht aufzufinden sind... Der Zweitschlüssel ist weder bei meiner Familie noch erkenntlich in meinem Zimmer in Augsburg - ich schlatete sogar noch die Freundin meines Mitbewohners in die Suchaktion mit ein.

Die Stimmung des Freitagabends war dementsprechend ernüchternd und niedergeschlagen. Immerhin hat mir dies bewiesen, dass ich a) ein Auslandssemester eventuell etwas mehr planen sollte, was die Mitbringliste angeht und ich b) mit Alisa eine umwerfende beste Freundin hier an meiner Seite habe, die mir egal in welcher blöden Situation gutgelant mit Rat und Tat beisteht. Wenn das jedoch hoffentlich die größte Hürde unseres Auslandssemesters bleibt, kommen wir doch noch ganz glimpflich aus der ganzen Sache!

To be continued...

 

 

Mittwoch, 25.09.2019

Philippiner, Franzosen und ein zäher Finne

Der Herbst naht... Warum denn auch nicht?Wenn die Vorlesung um 20 Uhr endet, ist immerhin der Sonnenuntergang schön :)Sehen und gesehen werden :)Tervetuola!

Zurück bin ich! Es war so einiges los in den letzten Tagen, aber ich versuche meinen kleinen aber feinen Rückstand wieder aufzuholen. Versprochen.

In der Vorlesung am Dienstag gesellte sich eine Gastrednerin mit einem beneidenswerten Englisch in den Unterricht, um uns über ihre jahrelange Forschung im Bereich Pflegedienst aufzuklären. Zugegeben, die Thematik mag etwas merkwürdig und eigenwillig daherkommen, aber sie hat durch eine sehr anschauliche und erfrischende Art es geschafft, die Ungleichheiten und Missstände im (finnischen) Gesundheitswesen aufzudecken. Das große Problem ist ganz einfach, dass eine Unzahl philippinische ausgebildete Krankenschwestern nach Europa gelockt werden, in der Hoffung auf eine bessere Zukunft. Jedoch können sie erst nach Jahren ihre eigenen Kinder nachholen - wenn überhaupt. In ihrem Zielland werden sie dann allerdings nur als billige Hilfskräfte eingesetzt. Amen.
*FUN FACT*: 10 % aller Schiffsleute und Matrosenweltweit sind Filippinos. Nicht schlecht.

 
Am Mittwoch erzielen wir bereits einen Teilerfolg als wir das Buch für unseren Finnischkurs besorgten. Die Adresse war zwar sehr schnell gefunden, aber wir betraten ein Gebäude, was durchaus als Teilgebäude der Uni durchgegangen wäre. Mehrere nicht wirklich vielversprechende Gänge gingen von der kleinen Eingangshalle ab und wir hielten uns ganz links an einen schmaen Gang. Dann kurz um die Ecke und durch eine unscheinbare Tür und wir fanden uns in einer Großdruckerei wieder, in der viele Personen wohl Plakate zuschnitten und bedruckten. Irgendwann kam dann eine Frau, die dann beherzt in den Bücherstapel auf ihrem vollgestopften Schreibtisch griff und zwei äußerst dünne Heftchen zückte - unverkenntlich in neon-grassgrün.

Besagtes Buch kam auch keine halbe Stunde direkt zum Einsatz als wir in unserem Finnischkurs die Zahlen bis 20 (man will sich ja nicht unnötig stressen) und die Aussprache verschiedener Herkunftsländer zum ersten Einsatz.
*FUN FACT*: Die Finnen unterscheiden nicht nur zwischen einer formellen und informellen DU-Anreden - also dem Duzen und Siezen, sondern es gibt auch ein formelles und ein nicht formelles Ich. Daher muss man seine Antwort jeweils an die Frage anpassen.

Nach dem Essen in der Mensa und beschlossen wir spontan, der Einladung unserer Finnischdozentin zu folgen und zu einem Mitt-Herbstfestival zu gehen, das bei den Computerräumen unserer Fakultät stattfand. Die Werbung im Vorfeld ließ schon darauf schließen, dass das Fest für die asiatischen Gaststudenten ausgerichtet war. Als wir es nach kurzem Suchen auch fanden, gingen wir jedoch unbeeindruckt einfach vorbei... Die Gäste saßen einfach in Paaren wvor sämtlichen Computern und schauten sich Manga- und Animeszenen an und an der Eingangstür wartete eine lächelnde Frau mit einer Thermoskanne feinsten Filterkaffee. Also eine Party ohne uns.

Wir sammelten per Zufall Clémence, unsere frnzösische Bekanntschaft, in der Nähe auf und einigten uns auf einen Cafébesuch im anderen Unigebäude. Gesagt - getan. Nach sehr netten Gespräch zur Stärkung des deutsch-französischen Dialogs kamen auch die beiden anderen Franzosen unserer Tutorengruppe hinzu sowie die Deutsche, bei der die Grillparty vor einigen Wochen stieg. Jedoch wurde die Stimmung indes leicht engeknackst und irgendwann waren die vier Zeitstunden Pause zwischen den Kursen auch zuende und es hieß wieder finnische Kultur.

Das Thema dieser Stunde war das finnische Wahlsystem, was dem Deutschen wirklich sehr sehr nahesteht. Die Dozentin hatte auch eine gute Art der Präsentation und einem wurde wieder bewusst, wie desinteressiert man als Deutscher für andere Staaten und deren Politik ist...innocent
*FUN FACT*: Der Finne Urho Kekkonen war von 1956 bis 1981 der Staatspräsident des Landes, also 25 Jahre (5 Legislaturperioden). Auch nach seinem Tod hinaus wollten einige Fanatiker ihn weiter wählen... Siehst mal, Angie, da hast du schon noch was vor dir!
Als wir nach Hause gehen durften, entstand die nächtliche Bildergalerie von oben - Man muss sich bei einem doch so stressigen Unileben komplett auf die kleinen Dinge im Leben erfreuen.

 

 

Freitag, 20.09.2019

Lüchse auf dem Eis und Schafe auf den Sitzen

Eigenwillige Werbemaßnahme...Ja, die Cheerleaderinnen sind wichtig.Mittendrin statt nur dabei :)2. HalbzeitpauseMan beachte die Personen im Hintergrund xD

Freitagabend! Zeit für: Eishockey, richtig!! Wir können offenbar die Kälte, die uns bereits jetzt auflauert nicht abwarten und dachten uns, Mensch schauen wir doch den Finnen mal bei ihrem brutalen Nationalsport auf Kufen zu. Und da bot sich tatsählich an, dass die Tampere Lüchse ("Ilves" - ich bin ja jetzt ein Hardcorefan) gegen die Hermeline aus Oulu heimmäßig antraten und wir für 8 € jeweils ein Ticket ergattern konnten. Wir holten auch noch (fast) alle der Tutorengruppe mit ins Paddelboot und kamen so zu 8 ins Eisstadion angetrottet und saßen schon etwas früher als halb Sieben auf unseren billigen Plätzen und konnten saher schon beim Aufwärmen mit den Spielkünsten der Athleten liebäugeln, bis dann ein kleiner ferngesteuerter Lastwagen die Eisfläche unsicher machte und dann einige Cheerleaderinnen ihre kurzen Röcke und grünen Fahnen schwangen. Tatsächlich waren die meisten Namen der Spieler auch finnisch. Überraschend deshalb, weil zum Beispiel bei den Augsburger Panther fast niemend deutsch ist. Im ersten Drittel viel leider schon das erste Gegentor, das im Zweiten dann aber ausgegelichen werden konnten und Sporgott sei Dank saßen wir auch immer auf der Seite, auf der die Tore fielen. Das letzte Drittel war dann nochmal sehr spannend, allerdings verloren die Spieler unseres favorisierten Teams 1:3. Natürlich war der Sport an sich sehr sehenswert, aber das Spektakel drum herum war ähnlich interessant - in der ersten Halbzeitpause durften Grundschulkinder ersatzmäßig spielen, während in der zweiten Pause Zuschauer für ein Torwandschießen mit Puk ausgewählt wurden. Und immer wieder die eleganten und motorisch scheinbar benachteiligten Mädels à la Funkenmariechen, die jeweils in den Werbeclipsunterbrechungen auf den Tribühnenzugängen umherstöckelten.

 

Achso ja, die Metapher mit den Schafen galt übrigens den restlichen Personen unserer Gruppe. Da ich schon die Idee unterbreitet habe und mich um die Tickets gekümmert habe, dachte ich, vielleicht werden wir al alle warm miteinander. Allerdiengs sind in der Truppe viele sehr schüchtern - gut, bei den Finnen ist das ja genetisch veranlagt, aber dass die zwei Französinnen und der andere Deutsche auch nicht wirklich gerne quatschen, dient nicht unbedingt der Sprechdynamik... Als wir also als Letzte pünktlich zum Treffpunkt ankamen, lag es an uns beiden zu entscheiden, wann und wie wir reingehen und das Treffen quasi zu leiten, aber naja... was tut man nicht alles. Alisa meinte dann nur im Nachhinein, dass die anderen einfach die Schafe sind und wir zwei die Hirten :-)
Gehört. Gelacht. Kopiert. Wer sich übrigens auch für ihren gelungenen und sehr feschen Blog interessiert, hier der Link: https://heifinnland.auslandsblog.de/
Nachdem das Wetter am folgenden Samstag einen Faulenztag suggerierte, war ich dagegen am Sonntag wirklich produktiv: Nicht nur eine Waschaktion, sondern wir waren auch Einkaufen - ja in Finnland kann man überall auch sonntags einkaufen gehen - Dann besuchten wir den nächstgelegenden See mit dem wundervollen Namen Kaukajärvi und gönnten uns ein Fotoshoot (Bilder unten), nur damit ich dann danach noch die Sauna beehren konnte, es wurde auch echt mal wieder Zeit :D

1. Im Parkverbot parken X

2. Fragwürdige Ruine auf Türschlösser prüfen X

3. Pseudo-Romantisch am See gammeln X

4. Abwarten, ob die Sonne wieder wirklich untergeht X

5. Abschließendes und obligatorisches Selfie X

 

 

Mittwoch, 18.09.2019

Das Schnitzel gejagt und sich unters Frischfleisch gemischt

                  Mal ne andere Ecke!

 Kein Eintrag ohne ein wenig Bildmaterial mit dem Attribut "Ahja, wieder eine Kirche, oder ein anderes Gebäude" (Dafür habe ich aber in diesem Eintrag komischerweise auf das obligatorische See-Foto verzichten können, aber naja.) Allerdings haben die zwei Bilder dieses Mal wirklich auch einen tieferen Sinn, denn vergangenen Mittwoch diente der Rathausplaus als Startposition der Tampere Challenge bzw des Orienteering Games. Ziemlich vielversprechende Namen für eine angepriesene Schnitzeljagd - die für die Erasmusstudenten haben wir in der ersten Uniwoche nicht wahrnehmen können, da die Tickets schon nach wenigen Stunden ausverkauft waren. Deshalb nahmen wir also bei dem Race für alle Erstis teil. Unsere Gruppe mit dem klangvollen wie auch verheißungsvollen Namen "Reindeer Scouts" (also Rentier-Pfadfinder) bestand aus uns beiden und einem französischen Paar, mit dem wir ab und zu einiges unternehmen. Nachdem wir den Finnischkurs zum zweiten Mal gemeistert hatten, holten wir auch mal unsere Studentenausweise ab und benutzten diese direkt, um die Mensa auszuchecken :) Dann schwangen wir uns auf unsere neuesten Lieblingsgefährte - einem Paar E-Scootern - und cruisten durch die Stadt. Dieses Mal mussten wir praktisch durch den baustellenbespickten Teil der City und waren dann am besagten Rathausplatz. Dort bekamen wir unsere Stadtpläne und los ging auch schon der wilde Spaß auf Finnisch coolwink

*FUN FACT* Das finnische 123 heißt "yksi, kaksi, kolme" - warum denn auch nicht?!
Die aufmerksamen Leser meines online Meisterwerks hier wird aufgefallen sein, dass ich den Unitag zuvor leicht vernachlässigt habe... Da gibt es aber auch nicht so viel zu zu sagen - eine äußerst gelangweiligte junge Frau hat und mit einem sahnegeilen Englisch darüber aufgeklärt, dass es in ganz Europa nicht nur diverseste Feminismus- und Gender- Diskussionswellen gibt, sondern auch Antifesminismus und Antigender - also die politische Überzeugung, dass Frauen und Männer ungerecht behandelt werden müssen (*FUN FACT*).

Peinliche Aktionen in modischen Träumen...

Zurück zur Challenge: Sie bestand mehr oder weniger darin, je nach Farbkategorie - also nach Stadtbezirk zwölf Stationen aufzusuchen und dabei möglichst viele Punkte zu sammeln. Die Bonuskategorie "bestes Kostüm" nahmen einige der übrigens 300 Teams sehr ernst und so bekamen wir Trump & Kim Jong Un, geschmacksverirrte Aerobicgrazien, Zombieverschnitte, Superhelden, Matrosen, Bademantelpascha, Sims oder selbstpräparierte Skittlepackungen zur Konkurrenz. Eine Gruppe versuchte sogar mit den verschiedenen Kostümen für Eishockeyspieler, -fan, -schiri und -puk die Gunst der Jury zu gewinnen. Wir hatten durch unserer Auswahl des Kleiderschranks und notorischer Angst, bloß nicht aufzufallen, entschieden, komplett in Schwarz mit weißen Schuhen aufzutauchen - immerhin mehr als einige andere, die nicht verkleidet waren. Am meisten jedoch bekamen wir wieder unsere guten Freunde der bunten Hosen zu Gesicht. Je nach Farbe signalisiert man durch diese XXL-Skilatzhosen seine Studienrichtung und je nach Lust und Dollerei kann man Aufnäher erwerben und diese für die Ewigkeit auf diesen feinjustieren.

Über sieben Brücken, oder so^^Das Wetter hat dann doch mitgespieltStadtbesichtigung inklusive!

 An verschiedenen Station durften wir dann zu Teil selbstausgedachte Sketche präsentieren, eine Tanzvorstellung vorführen oder eine Saufgeschichte szenisch darstellen. Irgendwie recht eigenartig. An einem anderen Checkpoint sollte ich ein gekochtes Ei im Mund behalten und dabei Sportfragen stellen. Je nach entzifferter Frage und nach korrekter Antwort gab es dann eben besagte Punkte. Die kreativen Aufgaben wurden dann eher undurchsichtig nach Geschmack beurteilt. Nach zirka sechs Stationen und der damit verbunden Beklemmung, andauernd peinliche Dinge zu machen, war uns dermaßen kalt und wir waren so unmotiviert, dass wir zurück in die Uni gingen, um den finnischen Kulturkurs zu besuchen. Bei dem hatten wir urprünglich überlegt blauzumachen, aber unsere Siegeschancen standen offenkundlich tendenziell schlecht und dermaßen Bock hatten wir ja eh keinen mehr. Naja, der Kurs war dann tatsächlich auch nicht wirklich berauschend, denn eine sehr unscheinbare Lady ratterte geschichtliche Daten und Ereignisse runter, ermahnte mehrmals Leute, da sie dich gestört fühlte, und betonte zig Male, wie wenig Minuten es doch noch sind. Also daher Prädikat, "sie war stets bemüht". Der Kurs hörte dann auch angekündigt auf und wir gingen mit den Franzosen in einem Hesburgerfilliale - der finnische McDonalds. *FUN FACT* In Finnland gab es scheinbar mehr Kriege als zum Beispiel in Deutschland: Neben den beiden Weltkriegen mit indirekter Beteiligungm der große "Nordkrieg", der "Hutkrieg" zwischen Schweden und Putinland, ein Bürgerkrieg, ein "Winterkrieg" und ein "Fortbestehenskrieg" auch wieder mit Russland.

Bitte keine Paparazzi!Man beachte Madame HalloweenUnsere französischen Schnitzelkameraden

Nach einem Festschmaus zur Feier des Tages ging es für uns in denselben Club, in der wir vor drei Wochen unseren Traum von Eisbrecher-Kennenlern-Party erleben durften - nur dieses Mal zu einer vertretbareren Uhrzeit, schließlich war es 21 Uhr und längst dunkel. Wir erhielten übrigens einen Aufnäher für die erfolgreiche Teilnahme bei der Schnitzeljagd. Blöd nur, dass ich mir niemals eine überteuerte Hose kaufen werden. Und die noch in Rot, denn das ist die ausgewählte Farbe für Sprachstudien. Im Club war ein wenig los, aber so richtig war der Bär bzw der Elch nicht am Steppen. Zumindest waren die Bierpreise überzeugend und die Musik war überraschend gut. Dann wurde jedoch irgendwie beschlossen, dass alle Bingo spielen müssen, woraufhin sich alle auch hinsetzten. Nicht unbedingt mein Verständnis einer Party. Pünktlich um Viertel nach 10 wurden die glücklichen Sieger verkündet und - Spoiler - wir haben es leider nicht wirklich geschafft, aber naja, inzwischen habe ich diese Niederlage verkaftet und kann offen drüber reden. Dann erschien eine Rockband auf der Bühne und die finnischen Alibi-Studenten feierten sich und die Musik - wir mussten dann leider doch eher passen. Gegen 23 war der Ausgang wieder benutzbar und wir verschanden in die Nacht. Ein wirklich lustiges Event, wenn auch wirklich merkwürdig und eigensinnig, aber wir konnten Tampere von einer anderen Seite kennen und wissen nun, dass die Finnen nicht wirklich wissen, wie man in einer Disko auf die K***e haut^^.

 

 

Sonntag, 15.09.2019

Kommt Kiddies, wir gehen in den Zoo...

...bedarf ein hübsches Motiv im Vordergrund!Ein doch sehr typisches FinnhausDiese Dramatik, nach der keiner gefragt hat...Das besonders schöne Panorama...

Herzlich willkommen auf der ZooinselKomische Viecher :)

Leider nicht echt, leider geil.Auch nicht echt. Aber schön!

Dann kam auch ganz schnell der Sonntag, ein weiterer Tag des Abschiednehmens... Wir planten, Alisas Schwester natürlich zum Flughafen zu begleiten undd vorher noch Helsinki ein wenig unsicher zu machen. Ziel unseres Tagesausflugs sollte der berühmt-berüchtigte Zoo der Hauptstadt sein. Daher ging es nach dem Frühstück und ihrem Packen ins tollste Taxi weit und breit und die guten anderthalb Stunden vergingen mit einer mehr oder weniger schlimmen Playlist wie im Fluge. Ich wurde zum Fahrer auserkoren und erst in Helsinki wurden die Straßen erst überhaupt so richtig "voll". Wir fuhren erst gar nicht ins Zentrum, sondern bogen schon vorher ab, um über zwei verschiedene Inseln auf eine weitere zu gelangen. Irgendwann kam ein großer Parkplatz mit Verbotsschild für Fahrzeuge. Dieses kümmerte uns herzlich wenig, schließlich war vom Zoo (noch) nichts zu sehen. Die Straße wurde immer schmäler und als uns ein Bus entgegenkam, dämmerte, dass es vielleicht nicht so egal war, einfach weiterzudriven. Dann erschien irgendwann das Haus mit dem Ticketverkauf und nirgends konnten wir parken. Also Kommando zurück und wieder zum Parkplatz, nur um dann zu Fuß wieder 10 Minuten zurückzusteppen. Naja, nach dem stolzen Preis von 17 €, da unser deutscher Studentenausweis nicht akzeptiert wurde und der Finnische noch im Nirvana liegt, durften wir die Schranke passieren und kamen über eine geschwungene Brücke auf Insel vier. Allerdings hat sich dann doch noch alles gelohnt, denn die komplette Insel ist praktisch Tierpark (mit Tiergehegen), aber mit einem super Wasserblick und Skyline inklusive. Nach und nach bekamen wir Löwe, Tiger, Bären, Elche, Lamas, Rentiere, Wildpferde, Kängerus, Affen, Faultiere, Pfauen, Erdmännchen und allerhand anderes Getier zu Gesicht. Mein Vater wäre bei den Wildbienen und ein guter Kumpel von mir bei den Schlangen auf ihre Kosten gekommen. Zwischendurch wurde unsere Laune jedoch durch kräftige Schauer getrübt. Nach einigen Stunden fanden wir das Auto wieder und fuhren in einem gigantischen Shoppingcenter, um dort eine Kleinigkeit zu essen. Schließlich muss das Mädchen doch gestärkt sein für ihren Flug. Dann ging's auch schon zum Airport und wir konnten an der Sicherheitsschleuse nur noch zuwinken. Der Nachhauseweg wurden dann von einem traumhaften Regenbogen und Sonnenuntergang gekrönt.

 

Das einzig schöne am WetterNatürlich wird die Kirche erstrahlt!Trip back Home

 DANKE nochmals für die wundertolle und fabulöse Stippvisite in unseren Gefilden!! :)

Fazit: Bombentag!

 

 

Samstag, 14.09.2019

Geschmacksrichtung fettig, süß & bitter

Wie schon angekündigt war die Schwester von Alisa noch unser Gast für eine weitere Woche, nachdem die restliche Familie am Montamittag gen Süden abgehauen ist. Und Achtung Spoileralarm: Sie war eine humorige und entzückende Begleitung durch unser trostloses Hausen im Sowjetbunker und ein Lichtblick im stressigen Unialltag.

DANKE allerliebste Glory coolwink

 

Am Dienstag waren wir ja nur anderthalb Stunden unserem Sexismuskurs verpflichtet und direkt danach packten wir diie Gloria ein und fuhren eine gute halbe Stunde an denselben See wie neulich. Das Wetter trug nicht unbedingt dazu bei, dass das Wetter irgendwie mehr zum Baden geeignet war, aber trotzdem herrschte kaiserlicher Sonnenschein :) Auf dem Weg zum See besorgten wir noch ein üppiges Picknick-Mahl, auf das nicht nur die zahlreichen Enten neidisch waren. Ziemlich schnell gesellte sich eine ältere Kanutin in unsere beschauliche Runde - jedenfalls fühlte es sich genauso an, jedes Mal, als sie unbekümmert und mit einem etwas soziopathischen Blick viel zu nah an unserem Steg vorbeiruderte. Später kamen eine Frau und ein Mann den Steg entlanggetorkelt und ich hoffte inständigst, dass sie nicht uns als Gesprächsopfer auserkort hatten. Doch die Frau zog ihre dreckige Bluse aus und setzte so ihren scharfen BH in matt-schwarz in Szene, als wären die zirka zehn anderen Leute gar nicht da. Als sie dann noch ihre schwarze Leggins auszog und so langsam aber sicher (leider) ihre vollschlanken Haxen entblößte, zeigte Madame, dass sie offenbar nichts von Unterwäsche in der Lendenregion hielt und glitt elegant mitsamt ihrem Astralkörper ins Wasser. Gott sei Dank war ich bei diesem Naturspektakel in erster Reihe dabei.

Irgendwann später kam der Mann der in der Zwischenzeit besoffen umherstreunerte an verschiedene Stege und suchte sie im Nass; er sprach auch tatsächlich eine fremde Frau an und wurde nur von einem anderen Mann darauf hingewiesen, doch bitte 200 m weiter zu schauen. Dann war der Abstand genug und wir trauten uns auch wirklich in den See. Das 3-Meter-Springen wurde mehrfach mithilfe der Kamerafunktion unserer Handys dokumentiert und dabei entstanden ein paar schöne Schnappschüsse. Die Frau ging übrigens dann auch wieder aus dem Wasser, um sich dann nur mit einem Handtuch "bekleidet" auf eine Holzbank niederzulegen. Das tat schon beim Ansehen weh...

1. Absprung...2. Haltung und Eleganz3. Und immer lächeln.

Das Sprungbrett ist dein Catwalk, Baby^^

Suchbild: Wo ist der Widerling?!

 

Nach dem Schock vom Vortag nahmen wir die Gloria am nächsten Tag mit in die Uni. Den ersten Kurs wartete sie brav auf uns vor der Tür und abends in die Vorlesung kam sie sogar mit - vielmehr aus Langeweile als aus Interesse^^ In der Zwischenzeit von schlappen vier Stunden gingen wir ins Einkaufszentrum der Innenstadt und bummelten ein wenig durch die Klamottengeschäfte. Dann gingen wir zum schmackhaften Burger King zur Nahrungsaufnahme und vergaßen fast, dass es 9/11 war... Perfekter Saunatag für mich!

Getreu dem Motto "Das reicht uns noch nicht!", fuhren wir den Tag danach wieder dorthin und shoppten noch weiter - immerhin war auch das offizielle "Shopingfestival" mit Aktionen und Rabatten on Mass. Die Mädels waren sogar wirklich erfolgreich smilesmile Und da dachten wir uns, wir müssen unbedingt mal den E-Scooter-Trend nachahmen und sorgten mit der VOI-App dafür, durch die City zu cruisen. Das macht auch wirklich echt mega Spaß!! Nur wurde das Wetter dann etwas schlechter, sodass wir nass wurden. Egal! Eine gigantische Candybar sorgte schnell für Aufheiterung in Form von Zucker, Farbstoffen und künstlichen Aromen sämtlicher Geschmacksrichtungen :) Die Tüte war schnell gefühlt...

 

Die Alibi-Ottifanten als Begrüßungskomitee :)Schon aufregend, wo ein Festival :)Du bist nicht du, wenn du hungrig bist!Schlaraffenland - JA

                                               Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen...

Freitag und Samstag war das Wetter dann derart unbeständig, regnerisch und ungemütlich, dass sich unsere Aktivitäten dementsprechend stark in Grenzen hielten. Wir gammelten ein wenig, ich ging mal wieder in die Sauna (dort fand ich unseren neuen Freund, siehe unten) und so verging auch Freitag, der 13., an dem ich mir nichts Geringeres als "ES" anguckte... Am Samstag übelegten wir uns dann, eine wirklich gute Pizza zu bestellen. Davon konnte uns auch nicht die finnische Speisekarte online oder die Unklarheiten des Fahrers über unsere Adresse abhalten! Wir waren fest entschlossen :-)

Alisa sorgte für ein wenig Programm für ihre Schwester, indem die zwei einkaufen fuhren und einmal durch die Nachbarschaft spazieren fuhren. Das bittere Wetter war leider nicht tragbar für alles andere ://

 

 Romantisch so eine Pizzalieferung!Der Moment, wenn Finnen einfach ein bestehendes Etikett überkleben #interessiertdochkeinen!Darf ich vorstellen? Roger, bester Freund von Pennywise

 

 

 

 

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.